Archiv des Tags ‘Prüfstand’

Unsere Aggregate haben es wahrlich nicht leicht. Angesichts einiger Tests, die mittlerweile zum Standardprogramm jeder Motorenapplikation gehören, wird so manchem schon vom Zusehen übel. Beispiel Schwenkprüfstand: Damit lassen sich mit Kurven gespickte Berg-und-Talfahrten in beliebiger Intensität darstellen. Wir holen uns also quasi die Alpen nach Rüsselsheim und schauen, ob der Ölhaushalt des Kandidaten auch bei extremem „Seegang“ funktioniert.

Auf unseren hochdynamischen Prüfständen herrscht eigentlich ständig Hochbetrieb. Wir können hier die Betriebspunkte der Triebwerke über das gesamte Last-/Drehzahl-Kennfeld hinweg in relevanten Parametern (z.B. Treibstoff-Einspritzbeginn, Einspritzmenge) optimieren. Dies immer mit Blick auf die Zielwerte wie etwa Treibstoffverbrauch, Emissionen, Geräusch usw. Sämtliche Betriebsarten und -zustände sind reproduzier- und damit einwandfrei vergleichbar, ohne dass sich ein Rad dreht: Aufwärmphasen, Beschleunigen, Verzögern, Gangwechsel… Nicht zuletzt laufen hier die ersten EURO-Norm-Abstimmungen. So lässt sich auch der MVEG-B-Zyklus im ersten Iterationsschritt der Entwicklung ohne Auto „erfahren“.

Aber keine Sorge – natürlich haben wir weiterhin Straßenkontakt. Erstens, weil es auch bei uns Motorenentwicklern aufs Popometer ankommt (mehr dazu im nächsten Beitrag). Zweitens, weil der Echtbetrieb immer noch Erkenntnisse bringt, die keine Simulation und kein Prüfstand der Welt vermitteln können. Und drittens, weil’s Spaß macht ;-) .

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Ehe ein neues Modell auf den Markt kommt, wird jede einzelne Komponente getestet, also auch die Türen. Klar, dass den einzigartigen FlexDoors des Meriva unser ganz besonderes Augenmerk galt. Die regulären Prüfstände kamen allerdings mit den gegenläufig öffnenden Portalen nicht zurecht. Deshalb haben wir einen eigenen Testroboter entwickelt, der auf den schönen Namen „Bock 910“ hört.

Mit den Möbel-Testern in dem bekannten schwedischen Einrichtungshaus hat unser mechatronischer Helfer übrigens wenig zu tun. Die Meriva-Türenprüfung ist deutlich komplexer. „Bock 910“ kann die Türen von außen und von innen packen. Dabei fährt zudem ein Aluminium-Stempel in die Griffschale, um die Funktion des Sensors am Meriva-Türöffner zu prüfen. Unsere FlexDoors-Checkliste reicht bis hin zur Position „Unerwünschte Wechselwirkungen zwischen Türtechnologie und Bord Control Modul“. Dazu werden über 20 analoge und 30 digitale Signale gleichzeitig eingespeist. So generieren wir über einen Zeitgenerator nach dem Zufallsprinzip verschiedenste „Alltags“-Szenarien mit Simultan-Betätigung von Wischer, Blinker, Licht und anderen elektrischen und elektronischen Funktionen.

Nach diesem wochenlangen Prüfungsstress können wir sicher sein, dass die Software und die Mechanik unseres FlexDoors-Systems einwandfrei und zuverlässig zusammenwirken. Und das nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei bis zu -40°C, bei Saunatemperaturen von +85°C oder im Feuchtraum mit 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und 60°C.

Übrigens: Der Herr über unsere sämtlichen Prüfstände für Bauteilstrukturen heißt Stefan Bock.

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