Unsere Aggregate haben es wahrlich nicht leicht. Angesichts einiger Tests, die mittlerweile zum Standardprogramm jeder Motorenapplikation gehören, wird so manchem schon vom Zusehen übel. Beispiel Schwenkprüfstand: Damit lassen sich mit Kurven gespickte Berg-und-Talfahrten in beliebiger Intensität darstellen. Wir holen uns also quasi die Alpen nach Rüsselsheim und schauen, ob der Ölhaushalt des Kandidaten auch bei extremem „Seegang“ funktioniert.

Auf unseren hochdynamischen Prüfständen herrscht eigentlich ständig Hochbetrieb. Wir können hier die Betriebspunkte der Triebwerke über das gesamte Last-/Drehzahl-Kennfeld hinweg in relevanten Parametern (z.B. Treibstoff-Einspritzbeginn, Einspritzmenge) optimieren. Dies immer mit Blick auf die Zielwerte wie etwa Treibstoffverbrauch, Emissionen, Geräusch usw. Sämtliche Betriebsarten und -zustände sind reproduzier- und damit einwandfrei vergleichbar, ohne dass sich ein Rad dreht: Aufwärmphasen, Beschleunigen, Verzögern, Gangwechsel… Nicht zuletzt laufen hier die ersten EURO-Norm-Abstimmungen. So lässt sich auch der MVEG-B-Zyklus im ersten Iterationsschritt der Entwicklung ohne Auto „erfahren“.

Aber keine Sorge – natürlich haben wir weiterhin Straßenkontakt. Erstens, weil es auch bei uns Motorenentwicklern aufs Popometer ankommt (mehr dazu im nächsten Beitrag). Zweitens, weil der Echtbetrieb immer noch Erkenntnisse bringt, die keine Simulation und kein Prüfstand der Welt vermitteln können. Und drittens, weil’s Spaß macht ;-) .

5 Reaktionen zu “Seegang in den Rüsselsheimer Alpen”

  1. didi

    Diese Schräglagen sind ja sehr extrem (!), ist damit evtl. auch neben dem eigentlichen möglichen Straßenverlauf und seinem Kräfteinfluß auch noch das erweiterte, durch Fliehkräfte mit berücksichtigt ?!?

  2. Christian

    Dr. Thomas Wagner
    Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege.

    Die Closed-Loop-System ist es für den Meriva 1.3 CDTI 75/95 PS und Insignia 2.0 CDTI erhältlich.

    Warum ist nicht möglich, passen in dieses Closed-Loop-System für den 1.7 CDTI?
    Aber die 1,7 verwaltet bis zu acht injektion impulse pro zyklus, anstelle von funf injektion, wie die 1,3 und 2,0 motoren.
    Der 1.7 können dies tun, weil die D1-System? Oder ist es etwas anderes?

  3. Christian

    Sorry fur die frage.
    Ich wusste nicht, dafur sind streng geheimen dinge.
    Zu viele geheimnisse fur GM.
    Wo ist das Marketing?
    Wake up leute!

    “Automotive News quotes GM’s executive director of global advanced engineering, Uwe Grebe, as saying GM made a mistake by not labeling its downsized turbo engines–as Ford did.”

    examiner.com
    “SAE World Congress Report: GM’s HCCI technology display is a snore”

  4. Moderator

    @ didi: Die Fliehkräfte fließen über die Schwenkwinkelgeschwindigkeiten des Prüfstands in die Tests ein – bis zu einem gewissen Grad. Mit dieser Anlage sollen schließlich keine Rekordrunden auf der Nordschleife simuliert werden ;-) .

  5. didi

    schon klar, genau diese “Live-Fahrten” wollt Ihr Euch ja auch allzu gerne erhalten…(und nicht stupide von einer maschine exzersieren lassen…;o)

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